Der Wald um mich herum wird nicht bewirtschaftet, was eher selten ist. Über 90 % der Wälder in der Schweiz werden bewirtschaftet, sind oft künstlich angelegt (Bäume werden gepflanzt) und dienen der Holzproduktion.
Urwälder – also unberührte Wälder, in denen der Mensch seit Hunderten von Jahren nicht mehr eingreift – gibt es in der Schweiz schon lange nicht mehr. Wälder, die durch menschliche Eingriffe wie Strassenbau, Holzeinschlag, Brandrodungen oder Baumpflanzungen entstanden sind, nennt man Sekundärwälder. Diese unterscheiden sich stark in ihrer Artenzusammensetzung von den ursprünglichen Urwäldern.
Urwälder befinden sich in einem ökologisch stabilen Zustand, dem sogenannten Klimaxstadium. Solche Systeme sind am widerstandsfähigsten gegenüber äußeren Störungen wie Krankheiten und Klimaveränderungen. Systeme, die stark von menschlichen Eingriffen geprägt sind, sind hingegen besonders instabil.
Noch etwa 20 % der Wälder der Erde sind unberührte Urwälder. Davon sind etwa 60 % tropische Regenwälder, vor allem im Amazonasbecken, im Kongobecken und in Südostasien. 20 % liegen in den nördlichen borealen Nadelwäldern, und die restlichen 20 % verteilen sich über verschiedene Klimazonen, wobei die gemässigten Laubwälder den geringsten Flächenanteil ausmachen.
Heute sind 80 % der Wälder Kulturlandschaften, die nichts mehr mit dem ursprünglichen Wald zu tun haben – so auch bei uns.

In der Schweiz ist der Nationalpark erst 150 Jahre alt, was für einen Wald jung ist. Ziel ist es, mehr Wälder unter Schutz zu stellen. Die Versuche der letzten Jahre sind nicht gelungen, weil die Waldbesitzer das Land nicht zur Verfügung stellen möchten.
Rund ein Drittel des Schweizer Waldes befindet sich in privatem Besitz, die restlichen zwei Drittel gehören öffentlich-rechtlichen Eigentümern wie Gemeinden, Burger- bzw. Bürgergemeinden, Korporationen, Kantonen und dem Bund.
Die heutige Förderung von Holz für Heizungen, Bau und Export (ein Drittel der Buchen in der Schweiz wird für den Export nach China gefällt) sowie die großen Maschinen, mit denen man die Bäume erntet, setzen unseren Wäldern zu.